2006.
Ich hatte schon seit einigen Jahren meine Hundeschule für Privathunde geöffnet, als mich ein Bekannter anrief, ob ich mal eine Stunde Zeit für ihn hätte, er würde ohne Hund kommen. Er wollte mir ein revolutionäres neues Produkt für Hunde vorstellen. Da ich schon immer sehr neugierig war, vereinbarten wir einen Termin. Tage später stand er bei mir auf der Matte und das revolutionäre war… Hundefutter! Oh Gott! Schon wieder einer!
Ich sagte ihm, dass die Futtermittelindustrie laufend bei mir anklopfe und mich frage, ob ich den Leuten ihren synthetischen Mist andrehen wolle. Er versicherte mir, sein Futter hätte nichts mit der klassischen Industrienahrung zu tun: frei von Konservierungsstoffen, kurze Transportwege, Fleisch für den menschlichen Verzehr aus Deutschland, aus der Region. Er schwärmte sehr von dem Produkt und dabei fiel auch das Wort „Allergie“. Da fiel mir sofort ein Dutzend Hunde ein, die schon überall waren, bei jedem Tierarzt und Spezialisten, und denen nur schlecht weitergeholfen werden konnte.
Ich dachte sofort an die Hündin Kyla, eine weiße amerikanische Bulldogge, die sich bis aufs Fleisch aufkratzte und aufbiss. Keiner und nichts konnte ihr helfen, kein Hypoallergenfutter, keine Homöopathie, kein nichts. Ich sagte zu meinem Bekannten: „Komm, bestell mir mal für einen Monat Futter. Das probiere ich mal aus.“
Das Futter kam, Hündin Kyla testete fleißig und schon nach vier Tagen rief mich ganz aufgeregt die Halterin an: „Marcel, du musst mich dringend zurückrufen!“
Ich dachte schon: „Oh Gott“. Als ich anrief, war sie total aufgelöst, der Hund hatte aufgehört sich zu lecken und zu beißen. Wir besprachen, vorerst so weiterzumachen und der Zustand der Hündin verbesserte sich von Woche zu Woche, so dass sie nach drei Monaten aussah wie ein Champion und wir jeden Pokal mit ihr gewonnen hätten.
Ich war total überrascht und verblüfft. Nach zwanzig Jahren mit Hunden hatte ich gedacht, alles über Hunde und Hundeernährung zu wissen. Aber ich hatte nur der Werbung geglaubt und nicht auf das gehört, was meine Großeltern zu sagen pflegten:
„Damals gab es von uns nur den Abfall vom Tisch. Die Hunde waren draußen, haben nie einen Tierarzt gesehen und sind 17, 18 Jahre alt geworden. Heute bekommen sie von euch Premium Deluxe 5 Sterne, sind Krüppel, krumm und krank, kosten viel Geld beim Tierarzt, werden nur 10 Jahre alt und fast alle sterben an Krebs.“
Stimmt. Die Großeltern haben schon Recht.
Und das war für mich die Initialzündung, mich näher mit diesem Thema zu beschäftigen. Ich rief viele meiner Freunde und Bekannten an, die ähnliche Probleme mit ihren Hunden hatten. Fast allen konnte durch die Futterumstellung geholfen werden. Ich merkte, dass ich mich auf dem richtigen Weg befand.
Marcel Combé, einer der bekanntesten Hundetrainer Deutschlands, ist seit fünf Jahren regelmäßig in der Sendung „Menschen, Tiere und Doktoren“ auf VOX zu sehen und auch in anderen Medien sehr präsent.
Seine Großmutter, gebürtige Hagenbeck, legte ihm den Umgang mit Tieren praktisch in die Wiege. Marcel ist Ausbilder für Diensthunde und Diensthundeführer in der Berufsgenossenschaft und auch seine Tochter hat einen ähnlichen Weg eingeschlagen: Sie ist Diensthundeführerin bei der Militärpolizei.
Als Tierschutzinspektor des Tierschutzvereins Nürnberg-Fürth arbeitet Marcel seit über 10 Jahren ehrenamtlich im Tierheim und kümmert sich dort um die Problemhunde der Region.
Mit weit über 15.000 Hundekontakten zählt er zu den erfahrensten Hundetrainern und ist spezialisiert auf Hunde, die Aggression gegenüber Menschen und Tieren zeigen.
Besonders am Herzen liegen ihm hoffnungslose Seelen, die schon überall nach Hilfe gesucht und sie nirgends gefunden haben. Seine Privatkunden kommen daher aus dem gesamten europäischen Raum zu ihm, von England bis Italien.
